KLÖSTERLE: 1073 m (mit Danöfen, Wilden)

Name
Der Ortsname stammt von „Clösterlin“ oder „Kloster“ ab; Danöfen weist auf „Ofen“ hin.

Geographie
Die östlichste Gemeinde im Klostertal, mit den Ortsteilen Danöfen, Ortskern Klösterle, Langen am Arlberg, Stuben am Arlberg. Durch die Schnellstrasse und den Langener Tunnel wird der Durchzugsverkehr und der Lärm von der Ortschaft ferngehalten.

Bevölkerung
Ca. 1000 Einwohner

Geologie
Der Ortskern Klösterle befindet sich im Talboden auf dem Murschutt-Schwemmkegel des Wäldletobels und des Großtobels. Danöfen befindet sich überwiegend auf dem Murschutt-Schwemmkegel des Spreubaches. Im Norden befinden sich die Klostertaler Alpen der Nördlichen Kalkalpen, im Süden die kristallinen Gesteine der Zentralalpen (Klostertaler Kristallin/Verwall Nord Mitte).

Geschichte
Klösterle bekam seine Bedeutung mit dem Verkehr über den Arlberg (seit dem frühesten Mittelalter). Graf Hugo I. von Montfort stiftete 1218 das Johanniterhospiz – mit der Verpflichtung, dem Reisenden Obdach, Feuer und Wasser zu geben. Zuerst herrschen hier die Habsburger. Klösterle gehörte zwischen 1805-1814 zu Bayern dann zu Österreich. Seit 1861 gehört Klösterle zum Bundesland Vorarlberg. Bis 1610 gab es in Klösterle noch Schmelzöfen.

Wirtschaft
Landwirtschaft, Busunternehmen, Taxiunternehmen, Tischlereibetrieb, Sommertourismus, Wintertourismus Sonnenkopfbahnen.

Bedeutende Bauwerke
Arlberg Eisenbahntunnel 1880-1884
Wäldletobelbrücke
Arlberg Straßentunnel
Langener Tunnel
Hangbrücke Wilden (Umfahrung Klösterle Eröffnung 1992)
Kraftwerk der VKW mit Stollen 1997-2000
2003 Eröffnung der Umfahrung Langen am Arlberg. Das Aquädukt, dieses Charakteristikum des Bahnwanderweges, gibt es seit November 2012 nicht mehr. Hier wurde ein Rückhaltebecken errichtet.
Besondere Ereignisse (beispielhaft)
Lawinenunglücke ereigneten sich seit Menschengedenken, z.B. 1689, 1968 in Danöfen, 1807 in Stuben, 1952 in Langen, 9. Juli 2010 Vermurung durch das Wäldletobel.

Sehenswürdigkeiten
Katholische Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer – moderne Pfarrkirche (1974-1976), nach C. Holzmeister, Turm von 1660. Hier stand früher eine Marienkapelle.
Kapelle 14 NothelferLourdeskapelle
Wäldletobelbrücke der ÖBB
Natur- und Kulturwanderungen
Spullersee (1827 m), Ravensburger Hütte (Eröffnung 1912), Kaltenberghütte, Nenzigastalp, unbewirtschaftete Reutlinger Hütte ( 2395 m), Östliche Eisentaler Spitze.

Seit Fertigstellung Blisadonatunnel kein Bahnbetrieb an der Wäldletobeltunnel ÖBB mehr und daher ein sehr schöner Wanderweg mit Blick nach Süden. Das Aquädukt aus Bruchsteinwerk der alten Bahntrasse oberhalb von Danöfen wurde abgerissen, der Wanderweg ist trotzdem erhalten geblieben.

LANGEN AM ARLBERG: 1218 m (Bahnhof Langen)

Geographie
Ein kleines Dorf, das nach wie vor einen Bahnhof hat. Anschluss an das Tourismusgebiet Arlberg (Stuben, St. Christoph, Zürs, Lech, Warth. Westportal Arlberg Eisenbahntunnel und Arlberg Straßentunnel).

Geologie
Wie im Tal, so verläuft auch hier die Grenze zwischen den Klostertaler Alpen und der Nördlichen Kalkalpen. Für diesen Ortsteil sind Simastobel, Benediktinertobel und Passürtobel von Bedeutung. Der Arlberg-Eisenbahntunnel und der Arlberg-Straßentunnel befinden sich zur Gänze in den kristallinen Gesteinen des Verwalls.

Geschichte
Die Entstehung von Langen ist auf das Engste mit dem Verkehr über den Arlberg verbunden. Große Bedeutung erlangte Langen mit dem Bau des Arlbergeisenbahntunnels. In einer Eisenbahnersiedung in Bahnhofsnähe waren ca. 4000 Arbeiter untergebracht. Die Bezeichnung „Vogelstadt“ weist darauf hin, dass dort die italienischen Arbeiter eine intensive Vogelzucht betrieben haben. Beim Bau des Arlberg-Straßentunnels waren hier ca. 200 Arbeiter untergebracht.

Wirtschaft
Busunternehmen, Fuhrunternehmen, Skischuhfertigung Strolz Lech.

Bedeutende Bauwerke
Arlberg-Eisenbahntunnel
Bahnhofsgebäude ÖBB Station Langen
Arlberg-Straßentunnel
Passürtunnel
Langener Tunnel

Besondere Ereignisse (beispielhaft)
Lawinenabgänge in Langen: 1883, 1884
Bergsturz Großtobel (Blisadonajoch) am 9. Juli 1892. Es brach ein Bergsturz von ca. 400 000 m3 auf die Bahntrasse, in der Folge wurde der Großtobeltunnel gebaut.
Über dieses Unglück berichtete Andreas Fusangel 1892 in seinem Arlbergbahn-Lesebuch:
Es war noch stockfinster, und fauler Erdgeruch, das spezifische Parfum einer Erdmure , erfüllte dergestalt die Luft, dass das Athemholen nicht wenig erschwert wurde. In der That war die ganze Atmosphäre mit dickem Staube geschwängert, der nicht nur weit und breit alle Wiesen , Gärten und Bäume mit einer noch nach Tagen sichtbaren grauen Decke überzog, sondern sogar durch die feinsten Spalten und Ritzen in die Wohnungsräume eindrang.
22. 12. 1952: großes Lawinenunglück in Oberlangen
1968 Großtobeltunnel: Zugsentgleisung wegen Lawine
2000: Durchschlag Blisadonatunnel

Sehenswürdigkeiten
Kirche Heilige Theresia vom Kinde Jesu mit dem kleinen Bergfriedhof (errichtet beim Bahnbau) und Ummauerung, eingeweiht 1930.
Tunnelportal Arlberg Eisenbahntunnel Westportal 11 km, erbaut 1880-1884
Gedenkstein roter Adneter Kalk Visavis von der Elisabeth-Kirche
Kapelle 14 Nothelfer Gedächtniskapelle des ASTAG, errichtet zum Gedenken an die tödlich verunglückten Arbeiter beim Bau des Arlberg Straßentunnels
Arlberg Straßentunnel 14 km erbaut 1974-1978
Das Bahnhofsgebäude Langen am Arlberg wurde aus Natursteinmauerwerk (Arlbergkalk und Buntsandstein) errichtet. Die Art und Weise, wie die Quadersteine (Arlbergkalk) mit den Stoßfugen und Lagerfugen und wie die Türbögen und Fensterbögen aus dem roten Konglomerat hergestellt wurden, verdient höchste Bewunderung. Ebenso bewundernswert ist der Stiegenaufgang aus Adneter Marmor und das schmiedeiserne Geländer.
Natur- und Kulturwanderungen:
Nenzigast Alpe, Östliche Eisentaler Spitze, Ravensburger Hütte, Spullersee, Stuben, Jakobsweg, Arlbergweg, Klösterle, Kaltenberghütte (2089 m ), Bludenzer Alpe, Satteinser Alpe.

STUBEN AM ARLBERG: 1407 m

Name
„Des Kaisers größte Stube“

Geographie
Westlichstes Bergdorf im Klostertal in unmittelbarer Nähe am Fuße des Flexenpasses (ca. 2,5 km) und des Arlbergpasses (ca. 4 km). Von hier geht es hinauf in Kehren in Richtung Flexenpass (nach Zürs, Lech) und in Richtung Arlbergpass (Tirol). Stellenweise kann man noch Reste von der alten Flexenstraße erkennen. Stuben ist eine sehr kleine, homogene Ortschaft. Stuben befindet sich schon in den Lechtaler Alpen.

Geologie
Zwischen Langen am Arlberg und Stuben sind an der nördlichen Talflanke große Schuttströme und Felder vorhanden wie z.B. Stubiger Hohe Rüfi. Albonahänge sind im Verwall-Kristallin. Hier sind an einigen Stellen Entspannungserscheinungen zu beobachten.

Geschichte
Das erste Mal 1330 genannt. Schon sehr früh wurde hier eine Stube für Wanderer über den Pass errichtet, 1824 Straße über den Arlberg fertiggestellt. Stuben hat bei der Überwindung des Arlbergs und des Flexenpasses immer eine Schlüsselrolle gespielt.

Auch beim Bahnbau war Stuben ein wichtiger Standort. Hans Thöni beschreibt es im Arberg-Lesebuch so:
In den Jahren des Bahnbaues haben in Stuben etwa 130 Einheimische gewohnt. Gleichzeitig waren bei den Steinbrüchen von Stuben und bei den Steintransporten von den Steinbrüchen nach Langen etwa 600 Arbeiter beschäftigt, mit den Ehefrauen und Kindern waren etwa 800 Personen in Stuben anwesend.
Wenn man die erfolgreiche Entwicklung von Stuben verfolgt, erscheint der Eintrag von Hans Thöni 2005 in dem Arlbergbahn-Lesebuch sehr bemerkenswert im Zuge des Kraftwerksbaues Spullersee 1919:
Den Interessenten von Klösterle schwebte vor, dass ganz Stuben zur Weide gemacht und die gesamte Ortschaft Stuben niedergelegt werden müsse, damit das weidende Vieh nicht gestört werde.
Erste maschinelle Schneeräumung 1931.

Wirtschaft
Die Albonabahnen und der Arlberg sind als Skiparadies bekannt. An dieser Stelle soll ein berühmter Sohn von Stuben erwähnt werden: Hannes Schneider (1890-1955)

Der Arbeitersohn perfektionierte das Skilaufen und machte es weltbekannt. Sein Vater stammte aus dem Großen Walsertal. Er zog später nach Stuben, um dort Arbeit zu finden und fand sie beim Bau des Eisenbahntunnels durch den Arlberg. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Hannes Schneider 1938 von den Nazis verhaftet wurde, weil er gegen das Naziregime protestiert hat. Gegen ihn wurde ein Berufsverbot ausgesprochen. Hannes Schneider wanderte daraufhin in die USA aus – und machte dort Karriere. Er wurde weltbekannt: als der Gründer der Arlberg-Skitechnik.

Hannes Schneider war vieles: Skilehrer, Skirennläufer in St. Anton, St. Christoph und Stuben, als Mitglied im Skiclub Arlberg und vor allem auch als Filmstar in Skifilmen. Am 21. Dezember 2012 würdigten ihn die Stubner mit einer brozenen Statue. Sie zeigt Hannes Schneider so, wie ihn die Einheimischen in Erinnerung haben: mit „Tschick“ (Zigarette) im Mundwinkel.

Bedeutende Bauwerke
Flexenstraße. Sie wurde 1897eröffnet, eine Gedenktafel erinnert noch daran: „Dem Erbauer der Flexenstraße Paul Ilmer Landesbaurat gewidmet von den dankbaren Tannberger Gemeinden Lech und Warth 1912.“ Dieser Satz wurde in dunklen Muschelkalk eingemeißelt und anschließend poliert. Mit der Flexenstraße ist aber auch ein Bregenzerwälder Unternehmer verbunden, Johann (Giovanni) Bertolini, der bei der Flexenstraße eine wesentliche Rolle gespielt hat. Er hat sich im Arlberg-Eisenbahntunnel zum so genannten Partieführer hochgearbeitet. Nach der Flexenstraße hat er in Egg im Bregenzerwald ein eigenes Bauunternehmen gegründet.
Der Belüftungsschacht des Arlberg-Straßentunnel: ein 747 Meter tiefer, senkrechter Belüftungsschacht. In der Nähe befindet sich auch die Lawinenmauer, erbaut 1849, die Stuben vor Naturkatastrophen schützte.
Auszug aus der Stubner Chronik:
Dorfbrand (1520), mehrere Lawinenabgänge (1737, 1807), Felsstürze an der Flexenstraße ( 22. 11. 1997), schweres Lawinenunglück, das auch das Dorf schwer traf (13. 03. 1988).

Sehenswürdigkeiten
Die spätgotische, katholische Pfarrkirche „Unserer Lieben Frau Mariä Geburt“ mit Friedhof. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Flexenstraße.

Empfehlenswerte Natur- und Kulturwanderungen:
Pfarrkirche Stuben am Arlberg, dieses Kleinod zu besichtigen ist sehr empfehlenswert.
Hannes Schneider Statue in Stuben vor der Kirche.
Berggeistweg, Kaltenberghütte, Ulmer Hütte, Alter Flexenweg mit Blick auf die Flexenstraße, alte Flexenstraße mit den Kehren und Mauerresten, Flexenpass. Rund um die Flexenstraße, sehr schöner Weg nach Langen Langen, Klösterle.

RAUZ: 1621 m

Geographie
Der Ort ist eine Alpe (Alm) und beginnt dort, wo die Abzweigung zur Flexenstraße liegt, die Verbindung nach Lech und Warth.

Geologie
Hier befindet sich die Grenze zwischen dem Silvretta-Kristallin der Verwall-Gruppe und der Lechtaler Alpen (nördliche Kalkalpen). Knapp oberhalb von Rauz, Richtung Arlbergpass, finden sich Gletscherschliffe im Muschelkalk.

Geschichte
Beim Bau der Flexenstraße wurden die Arbeiter in Rauz in einem Lager untergebracht. Auch später, als die Straße neu verlegt wurde (zwischen 1935 und 1942).

Wirtschaft
Sommertourismus, Wintertourismus, Valfagehrbahn

Matur-und Kulturwanderungen (beispielhaft):
Ulmerhütte, Kaltenberghütte, Berggeistweg mit Bergbauresten Maroiköpfe, Gletscherschliff, Arlbergpass